"...Die Erde ist ein Wrack. Kaum eine Stadt, die nach einem halben Jahrhundert Krieg nicht in Trümmern liegt. Die Menschen kennen die alte Zivilisation nur aus Büchern. Das, was heute übrig ist, ist nur noch verachtenswert. Dennoch sind wir dankbar dafür, dass wir am Leben sind. Jeden Morgen stehen wir früh auf, um zu sehen, wie die Sonne über das Hochland kommt, und jeden Abend schauen wir zu wie sie geht.

Keiner konnte uns Antwort darauf geben, ob der Krieg gewonnen oder verloren wurde. Der Krieg ist, wie es scheint, vorbei. Vom Gegner aber keine Spur. Legenden berichten davon, dass der Krieg am Anfang der siebenten Dekade einfach aufgehört hat. Weil der Rechner, der den Krieg steuerte, irgendwann keine Ziele mehr beim Gegner finden konnte. Was auf dem Rest der Welt zum heutigen Zeitpunkt passiert, weiß niemand. Die Satelliten können kaum Bilder machen, weil sich der Staub, der über die Jahrzehnte hochgerüttelt wurde, immer noch nicht gelegt hat. Allein deshalb geht man allgemein davon aus, dass es auf dem Rest der Erde kaum noch Lebewesen gibt. Die Waffen der letzten Generation waren nur noch darauf ausgelegt, den Staub hochzupressen und dadurch den Gegner und alles Leben zu ersticken."

Aus den Chroniken der Mission
von Anathol Orlow, Kajanowe 2073